Author Archives: Asti@55south

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Buenos Aires gefällt uns so gut, dass wir unsere Flüge spontan umgebucht haben und noch zwei Tage dran hängen.

Die Stadt ist voll, sie ist laut, der Smog kratzt im Hals, aber durch seine Architektur – überwiegend Kolonialstil – und seine Vielseitigkeit ist Buenos Aires auch unheimlich beeindruckend. Jedes “Barrio” hat irgendwie sein eigenes Leben, süße Cafés und Restaurants laden zum Verweilen und Genießen ein, und immer wieder entedeckt man mitten im Großstadtchaos Parks und Grünanlagen, in denen sich die Locals die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Selbst die Armenviertel, wie das wohl bekannteste “La Boca”, haben ihren Charme, auch wenn das Leben deren Bewohner wahrscheinlich alles andere als charmant ist. Mit etwas Glück steht hier und da eine Haustüre offen und man erhascht einen Blick in die teils wirklich traumhaften und blumengesäumten Innen- und Hinterhöfe, die einen binnen Sekunden in eine andere Welt, fernab von Lärm und Trubel, eintauchen lassen. Auch unser Hotel hat so einen “Patio” – wahrlich eine kleine Oase.

Das mit den umgebuchten Flügen war natürlich Spaß (ihr könnt wieder aufatmen, liebe Eltern!), auch wenn wir hier gerne noch einen Tag länger auf Entdeckungstour gegangen wären. So blieb uns leider nur der gestrige Tag. In Anbetracht der wenigen Zeit hatten wir uns für eine Bustour durch Argentiniens Metropole entschieden, um so viel möglich davon zu sehen – das Beste, was wir machen konnten. Ein paar Ecken sind wir selbst abgelaufen, aber ohne den Bus hätten wir viele davon gar nicht erreicht. Buenos Aires ist einfach riesig.

Am Abend ließen wir uns dann am Puerto Madero ein letztes Mal feinstes Bife und einen guten Malbec schmecken.

Fotos gibt es leider nicht so viele. Wir hatten kaum etwas bei uns, um die Taschendiebe, vor denen hier jeder warnt, nicht unnötig zu provozieren.

Nun sitzen wir in den Startlöchern. Unser Gepäck ist eingecheckt und in zwei Stunden heißt es bereits “Ready for Boarding”. Leicht macht uns Buenos Aires den Abschied nicht – der Himmel ist wolkenlos und wir haben angenehme 26 Grad. Kaum vorstellbar, dass wir in 24 Stunden bei Minusgraden in der Heimat ankommen.

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Tschüss, Ushuaia! Ciao, Fin del mundo! Adios Patagonien! Unsere Reise ist so gut wie zu Ende. Schon in wenigen Stunden sitzen wir am Flughafen nach Buenos Aires, von wo aus am Samstag unser Flieger gen Heimat startet.

¡Esperamos que podemos volver algún día!

Vamos a ver …

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Die Fahrt in der Gefangenenbahn hat uns neugierig gemacht, und so haben wir dem Gefängnis einen Besuch abgestattet.

Heute residiert dort ein Museum, das zur Geschichte der Stadt, der Region, Gefängnissen allgemein und der Antarktis eine Vielzahl von eher textlastigen Erklärungstafeln und mit Liebe zum Detail nachgebauten Schiffsmodellen zeigt. Außerdem gibt es noch eine Kunstausstellung und einen vom Total-Konzern bezahlten und offensichtlich von dessen PR-Abteilung gestalteten Bereich zu Pinguinen und der regionalen Öl- und Gasförderung.

Was wir allerdings vermisst haben, war ein Konzept. Die ehemaligen Zellen dienen als Ausstellungsräume und sind grob thematisch gegliedert, ein Trakt ist unrenoviert erhalten geblieben, sodass man sich vorstellen kann, wie trostlos und karg das Leben der Insassen gewesen sein muss. Zwischen einigen Zellen mit Schautafeln über Gefängnisse anderer Länder, bei denen sich der Eindruck aufdrängt, dadurch den eigenen Umgang mit den Häftlingen zu relativieren, finden sich dann auf einmal zwei Zellen zur lokalen Feuerwehr und deren Fahrzeugen am örtlichen Flughafen. Gegenüber werden Antarktis-Expeditionen beschrieben, dazwischen eine Zelle mit Militäruniformen und ein Raum mit einer Funkausrüstung nebst Telex-Gerät.

Wie inhuman der Gefängnisalltag gewesen sein muss, kann man am ehesten aus den Gesichtern der Häftlinge auf den vielen Schwarz-Weiss Fotos schließen und zwischen den Zeilen der Erklärungstafeln lesen. Gefangene sollten ihre Schuld gegenüber der Gesellschaft abarbeiten, indem sie als billige Arbeitskräfte die Besiedlung der Gegend ermöglichten. Als humane Reform galt, dass in späteren Jahren die Gefangenen nicht mehr nur mit ihren Nummern aufgerufen wurden, sondern namentlich. Außerdem erhielt jeder Gefangene für seine Arbeit (sehr wenig) Geld, sodass man nach fünfunddreißig Jahren Haft zwar wahrscheinlich körperlich am Ende, aber nicht völlig mittellos war. Vermutlich wird das Geld gerade gereicht haben, das baldige Begräbnis zu bezahlen.

Wer sich also vom nicht vorhandenen Museumskonzept nicht abschrecken lässt, findet in diesem Museum durchaus viele interessante Informationen.

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Wir haben hier nicht nur eine kleine süße Cabaña, sondern scheinbar auch eine gute Fee, die uns in unserer Abwesenheit frisches Brot und Kuchen bringt! Schön!

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Da kommt man hier nach Ushuaia und rechnet mit Schnee und Minusgraden und was ist: Sommer pur, sodass wir heute Morgen direkt nochmal die Sonnencreme auspacken mussten. Natalia, unsere Gastgeberin, sagte auch schon mit ungläubigem Gesichtsausdruck, dass das Wetter eher ungewöhnlich sei – es gäbe in Ushuaia normalerweise vielleicht drei solcher schönen Tage im Jahr. Zwei davon haben wir jetzt jedenfalls schon miterlebt. Wunderbar!

Gestern, auf unserem Trip zum Ende der Welt, hätten wir uns fast etwas mehr Wind gewünscht. Es war so warm, während wir am Ufer des Beagle Kanals entlang gelaufen sind … aber wunderschön. Morgens um 9:00 sind wir mit dem Bus zur Station des “Tren del Fin del Mundo” gebracht worden, ein historisches Bummelbähnchen mit Dampflok, welches tausende von Touris täglich in gefühlten 10 km/h in den Nationalpark Tierra del Fuego fährt. Für unseren Geschmack etwas zuuuuu touristisch, aber man muss es einfach gemacht haben – immerhin wurden mit dieser “Sträflingsbahn” vor guten 100 Jahren noch die Gefangenen aus Ushuaia (die Stadt war damals Strafkolonie) in das Gebiet des heutiges Parks gebracht und durften dort Bäume fällen bis zum Umfallen, um ausreichend Brennholz zur Elektrizitäts- und Wämeversorgung in der Stadt zu gewinnen. Ob Winter oder Sommer war dabei egal, selbst im tiefsten Schnee schickte man die Gefangenen in den Wald. Zu welcher Jahreszeit welche Bäume gefällt wurden, ist heute noch zu sehen: In der warmen Jahreszeit sind die Baumstümpfe wesentlich kürzer als in der kalten, wo meterhoher Schnee es schlichtweg unmöglich machte, die Bäume weiter unten abzuholzen.

All das wurde uns während der 45-minütigen Fahrt erklärt, bevor der Zug seine Endstation erreichte. Von dort aus waren es noch gute 15 Minuten, bis wir an der Bahia Ensenada waren, um uns unseren Passstempel abzuholen. Wir ahnten schon Schreckliches in Anbetracht der Menschenmassen. Aber auch hier zeigte sich wieder, wie bequem die Leute teilweise sind, denn 99 % der Zugpassagiere stieg am Ende der Tour in einen Bus, um wieder zurück in die Stadt zu fahren, oder nahm den nächsten Zug retour. Laufen? Um Gottes Willen – man kann doch durch den Park schließlich fahren!

Uns konnte es nur recht sein, so waren wir am südlichsten Postamt Argentiniens fast die Einzigen. Nach einem kurzen Plausch mit dem Premier der Redonda-Insel (auch ihn kannten wir schon aus besagtem Fernsehbericht und hatten so einen perfekten Gesprächseinstieg) starteten wir unsere kleine Wanderung entlang des Beagle-Kanals und später der Bucht Lapataia. Die Anzahl der Weggefährten war hier wirklich überschaubar und so genossen wir Ruhe und Landschaft.

An unserem Endpunkt, dem Lago Roca, wurde es dann lebendiger. Er ist wohl Ausflugsziel Nummer 1 für die Einheimischen und am Ufer tummelte sich Grüppchen für Grüppchen, überall roch es nach Asado, und wir fühlten uns wie an heimischen Baggerseen. So schmissen auch wir erstmal Schuhe und Shirts von uns, gönnten unseren Füßen eine kleine Pause im kühlen Nass des Lagos und ließen uns die Sonne auf die Nase brutzeln.

Kurzum: Wir hatten ein rundum gelungenen Tag!

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Endlich da – am “Fin del Mundo”! Der Stempel im Reisepass ist der Beweis dafür. Diesen haben wir uns, wie es sich gehört, in der südlichsten Poststelle Argentiniens – an der Bahia Ensenada, Nationalpark Tierra del Fuego – abgeholt. Er wurde uns von keinem Geringeren als Carlos de Lorenzo, dem selbsternannten Premierminister der Isla Redonda – einer kleiner runden Insel, die direkt vor der Bucht liegt – verpasst!

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Schon vor Wochen haben wir uns mit Hector von Tres Marias in Verbindung gesetzt, um den Segeltrip zu buchen. Lustigerweise hatten wir ihn und sein Boot noch zu Recherchezeiten bereits in einem TV-Reisebericht gesehen, ohne zu wissen, dass es sich dabei um Tres Marias handelt.

Hector hatte uns gleich für unseren ersten Tag in Ushuaia eingeplant und somit machten wir uns nach einem morgendlichen Orientierungslauf durchs Zentrum zum Hafen. Zu Zehnt ging es dann aufs Boot. Hector selbst haben wir leider nicht persönlich kennen gelernt. Statt ihm machte Mariano mit uns die Tour und brachte uns durch seine Art zu erzählen und zu erklären immer wieder zum Lachen.

Die Isla H, ein Naturschutzreservat, das nur von Tres Marias angesteuert werden darf, war wirklich spannend. Wir haben neben einem Haufen Muscheln verschiedenste Vogelarten, Meeresgetier und Pflanzen gesehen – und wir konnten endlich Calafate-Beeren kosten. Es heißt ja, wer Calafate-Beeren isst, kommt wieder!

Zudem hat uns Mariano eine Stelle gezeigt, an der vor 7.000 Jahren die ersten Menschen Tierra del Fuegos – die sogenannten Yamanen – ihren Unterschlupf hatten. Der Boden war an dieser Stelle ein Gemisch aus Erde und Asche – letztere stammt noch von diversen Feuern, die dort über Jahrtausende hinweg von diesen indigenen Urvölkern, geschützt vor Wind und Regen, gemacht wurden. Yamanen waren Nomaden, die immer nur so lange an einem Ort blieben, wie sie Essen (vorwiegend Muscheln, Robben, Wale … und alles, was das Meer zu bieten hat) fanden. Danach schipperten sie in aus Baumrinde selbstgebauten Kanus weiter durch den Beaglekanal. Jede Familie besaß ein Kanu, in dem zusätzlich zu den Insassen sämtliches Hab und Gut mit transportiert wurde. Um sich auch auf dem Wasser zu wärmen, entzündeten sie auch in ihren Kanus Feuer. Daher stammt letztlich auch der Name Tierra del Fuego: Europäische Entdecker sahen einst diese Feuer und benannten die Insel danach.

Was zu den Yamanen noch zu erwähnen ist: Sie haben teilweise 7000-8000 kcal zu sich genommen am Tag. Faszinierend. Gut, schließlich waren sie nackt unterwegs, nur geschützt mit Robbenfett. Dadurch haben sie natürlich viel mehr verbrannt als wir heutzutage und brauchten Energie. Da kann man sich schon mal so einen Wal reinpfeifen. Zudem trug auch die erhöhte Oxygen-Aufnahme zu einem besseren Stoffwechsel bei – seit dieser Info üben wir zwei uns im Yoga-Feueratem, damit wir uns am Abend ohne Bedenken Lomo und Empanadas gönnen können :-)

Den Abschluss unseres Inselspaziergangs bildete der Besuch von Kormoranen, die auf dieser Insel ihr Zuhause haben. Nicht so putzig wie Pinguine, aber trotzdem schön anzusehen.

Zurück an Bord kam endlich auch mehr Wind auf und die Segelfahrt gestaltete sich so, wie sie sein soll. 40 Knoten und mehr Windgeschwindigkeit – da kann das Boot schon mal schön in Schräglage geraten und trocken bleibt man auch nicht (wie gut, dass wir dicke Regenhosen anhatten). Richtig “raw” eben und genau nach unserem Geschmack.

Tres Marias? Ein Muss für jeden Ushi-Besucher!

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Leute, was sind wir gerade glücklich! Nachdem die letzten Wochen ja fast langweilig waren und die Hostels einfach nur laut und teilweise auch recht uncharmant, dachten wir schon, Südamerika möchte uns den Abschied leicht machen. Diesen Gedanken konnten wir allerdings gerade wieder verwerfen …

Aber von vorne: Aus Budget- und Organisationsgründen haben wir unseren Plan, mit dem Schiff von Punta Arenas zur Isla Navarino und von dort nach Ushuaia – unserem letzten Reiseziel – überzusetzen, geändert und sind die Strecke mit dem Bus gefahren. 15 Stunden lang. Muss man nicht wiederholen. Aber amüsant war es, zum einen, weil wir zwischendurch mit der Fähre die Magellanstraße überqueren mussten, und zum anderen hatten wir vier Briten unter den Reisegästen, die für ihr Visum wohl noch nicht bezahlt hatten (in manchen Ländern kostet das Touri-Visum, aber das hatte man ihnen nicht erklärt) und somit nicht nach Argentinien durften. Die Ausreise aus Chile gestaltete sich noch einfach, aber die Argentinier kannten bei der Einreise kein Erbarmen und somit mussten wir von der argentinischen Grenze wieder zurück zur chilenischen fahren und die Vier absetzen. Für uns bedeutete das nur Verspätung, für die Briten begann jedoch ein kleines Reiseabenteuer, denn es war für sie nicht abzusehen, wann der nächste Bus mit freien Pätzen käme, der sie zurück nach Punta Arenas bringt …

Nun sind wir also in Ushuaia, der Stadt direkt am Beagle-Kanal, die oft als südlichste der Welt oder auch als “fin del mundo” bezeichnet wird, auch wenn das faktisch ja nicht ganz stimmt. Schiffe brechen von hier in Richtung Cap Horn auf und so mancher Abenteurer und Forscher startet mit dem Flugzeug in die Antarktis.

Entgegen vieler Meinungen gefällt uns Ushuaia recht gut. Zwar ist auch hier alles auf Touristen ausgelegt, aber wenigstens hat man so tausende von Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Und was noch viel toller ist: Nach zwei weiteren Nächten in einem lauten, wenn auch gepflegten Hostel haben wir gerade eine kleine zuckersüße Cabana, “Pilar de Alma” (Säule der Seele), oberhalb des Zentrums bezogen. Den Tipp hatten wir von Christina und Olaf, den zwei Kielern, die wir in El Bolson kennenlernten, die hier vor ein paar Wochen ebenfalls gewohnt haben. Und dieser Tipp war wirklich Gold wert! Genau wie die zweite Empfehlung von den beiden, unbedingt eine Segeltour durch den Beaglekanal zur Naturschutzinsel “H” zu machen.

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Noch näher an Punta Arenas als Seno Otway ist das Pinguinhabitat Isla Magdalena. Dort leben angeblich über 100.000 Pinguine, die dort durch die Insellage gut geschützt vor Landräubern brüten. Auf der Nachbarinsel Marta gibt es außerdem eine Seelöwenkolonie, und auf dem Weg zu den Inseln soll man gelegentlich Delphinen begegnen.

Anbieter für Fahrten zu den beiden Inseln gibt es in der Stadt viele, genauso wie für Touren zu einem Walhabitat im westlichen Teil der Magellanstraße. Wir entschlossen uns, es mit den Solo Expediciones zu versuchen – ein Fehler wie sich im Laufe des Tages herausstellen sollten. Der Tag begann für uns früh, da wir um 6.15 Uhr aus dem Haus mussten, um um 6:50 den Rest der Reisegruppe am Office des Veranstalters zu treffen. Von dort sollten zwei Busse die Teilnehmer zum Liegeplatz des Bootes bringen. Leider hatte keiner mal nachgezählt, ob die Buskapazität denn ausreichen würde …

Tat sie nicht, und außer uns (die wir uns, obwohl wir die ersten vor Ort waren, beim Startschuss blöderweise nicht wie die Irren auf die Straße drängten) blieb noch ein Spanier etwas ratlos an der Straße stehen. Schnell wurde ein dritter Kleinbus ausgedeutet, der allerdings keinen Sprit mehr hatte und erst einmal gemütlich betankt werden musste, um dann anschließend nicht mehr anzuspringen. Zum Glück stand an der benachbarten Zapfsäule ein weiterer Kleinbus, der eine kleine Gruppe zum gleichen Boot bringen sollte und noch genau drei Sitzplätze frei hatte.

Am Steg ankommend, konnten wir noch sehen, wie unser Boot ablegte und ohne uns davon fuhr. Dafür gab es ein kleines Zodiac mit selbstgebautem Dach aus PVC-Rohren und Holzplatten. Immerhin war der Captain gut gelaunt und düste mit Vollgas, Mate-Tee trinkend und breit grinsend Richtung Isla Magdalena.

Das Erste was einem auffällt, wenn man sich der Insel nähert, ist, trotz des starken Windes, der Geruch von über einhunderttausend Tieren. Die Insel ist übersäht mit Erdhöhlen. In und vor diesen liegen, stehen und laufen unzählige Pinguine, während Möwen im Tiefflug darüber hinwegdüsen. Der mit Seilen markierte Weg und die darauf entlangschlendernden oder sich gegen den Wind stemmenden Touristen werden von den Pinguinen neugierig beäugt und ansonsten ignoriert.

Immer wieder machen sich kleine Gruppen von Pinguinen auf zur Nahrungssuche oder kommen von dort zurück. Dabei springen sie aus dem Wasser und legen ein kleines Stück fliegend zurück.

Nach etwa einer Stunde ging es weiter zur nahen Isla Marta. Dort liegen riesige Seelöwenbullen inmitten ihres Harems am Strand und verteidigen selbigen eifersüchtig gegen Rivalen.

Hier wären wir gerne noch ein wenig länger geblieben. Der Kapitän, der sich bereits während der Fahrt immer wieder mit sorgenvollem Blick zu dem mittels eines dicken Gummibandes zusammengehaltenen Außenbord-Motors umgewandt hatte, war allerdings besorgt, das Festland nicht mehr zu erreichen. So mussten wir nach nur wenigen Minuten die Insel wieder verlassen (im Gegensatz zum eigentlichen Boot, dass noch gute 15 Minuten länger dort verharrte).

Ganz unbegründet war die Sorge um den Motor nicht, ging er doch gelegentlich aus und der Captain wurde von Mal zu Mal unruhiger. Zur Sicherheit ging es auf direktem Weg zur Küste und dann im Abstand von etwa zweihundert Metern an dieser entlang zurück in Richtung Anlegeplatz. Auf der Fahrt hatten wir vergeblich nach ihnen Ausschau gehalten, doch kurz bevor wir wieder anlegten kamen sie doch noch – die Delphine – und begleiteten uns ein kleines Stückchen.

Wieder am Steg angekommen, konnten wir uns dieses Mal wenigstens einen Platz im ersten Bus sichern. Dieser schmiss uns dann irgendwo an der Plaza im Zentrum raus, um dann weiter zum Office zu fahren, an dem wir uns morgens getroffen hatten und zu dem wir eigentlich auch wieder hinwollten zwecks Beschwerde. Ohne Worte.

Diese Orga war echt eine Schande. Und statt eines freundlichen “Oh, das tut uns leid!” – wenn es schon keinen Teil des Geldes zurückgibt – hatte die Plunz im Büro nichts Besseres zu tun, als die Schuld abzuwälzen: Erst lag es am Shuttle-Service, dann an der Orga am Pier … der Veranstalter habe mit alledem nichts zu tun, sie würden nur vermitteln. Is klar!

Fazit des Tages:
Toll: Pinguine, Seelöwen, Delphine
Doof: die unfreundliche Trulla von Solo Expediciones und deren unfähige Organisation. Solo Expediciones ist ein absolutes no-go und reine Abzocke (wir haben nämlich auch noch mehr bezahlt, als alle anderen).

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Der letzte Ausflug mit unserem Auto führte zur Pinguinkolonie Seno Otway. Nur ein kleines grünes Schild mit der Aufschrift “Pinguinera” ließ uns schätzen, dass die Schotterpiste wohl dorthin führen würde. Dreißig Kilometer später und mitten in der Pampa dann ein kleines Häuschen neben der Straße, in dem man für die nächsten Kilometer ein Wegegeld von wenigen Pesos zu entrichten hat. Noch zehn Kilometer später stößt man inmitten der patagonischen Weite auf ein ordentliches Kassenhäuschen nebst Cafeteria und angelegtem hölzernen Pfad durch das Brutgebiet einer Kolonie von Magellan-Pinguinen.

Tierdokumentationen über Pinguine werden meist in der Antarktis gedreht und entsprechend assoziiert man Pinguine mit Eisschollen und Meer. Hier brüten diese aber, ähnlich wie auf der Peninsula Valdez, in Erdhöhlen umgeben von Gras und den üblichen Pampagewächsen, und bis zum offenen Meer sind es einige Kilometer.

Eines steht fest: Auch ohne Eis sind diese Tiere wirklich putzige Gesellen.

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