Schon vor Wochen haben wir uns mit Hector von Tres Marias in Verbindung gesetzt, um den Segeltrip zu buchen. Lustigerweise hatten wir ihn und sein Boot noch zu Recherchezeiten bereits in einem TV-Reisebericht gesehen, ohne zu wissen, dass es sich dabei um Tres Marias handelt.

Hector hatte uns gleich für unseren ersten Tag in Ushuaia eingeplant und somit machten wir uns nach einem morgendlichen Orientierungslauf durchs Zentrum zum Hafen. Zu Zehnt ging es dann aufs Boot. Hector selbst haben wir leider nicht persönlich kennen gelernt. Statt ihm machte Mariano mit uns die Tour und brachte uns durch seine Art zu erzählen und zu erklären immer wieder zum Lachen.

Die Isla H, ein Naturschutzreservat, das nur von Tres Marias angesteuert werden darf, war wirklich spannend. Wir haben neben einem Haufen Muscheln verschiedenste Vogelarten, Meeresgetier und Pflanzen gesehen – und wir konnten endlich Calafate-Beeren kosten. Es heißt ja, wer Calafate-Beeren isst, kommt wieder!

Zudem hat uns Mariano eine Stelle gezeigt, an der vor 7.000 Jahren die ersten Menschen Tierra del Fuegos – die sogenannten Yamanen – ihren Unterschlupf hatten. Der Boden war an dieser Stelle ein Gemisch aus Erde und Asche – letztere stammt noch von diversen Feuern, die dort über Jahrtausende hinweg von diesen indigenen Urvölkern, geschützt vor Wind und Regen, gemacht wurden. Yamanen waren Nomaden, die immer nur so lange an einem Ort blieben, wie sie Essen (vorwiegend Muscheln, Robben, Wale … und alles, was das Meer zu bieten hat) fanden. Danach schipperten sie in aus Baumrinde selbstgebauten Kanus weiter durch den Beaglekanal. Jede Familie besaß ein Kanu, in dem zusätzlich zu den Insassen sämtliches Hab und Gut mit transportiert wurde. Um sich auch auf dem Wasser zu wärmen, entzündeten sie auch in ihren Kanus Feuer. Daher stammt letztlich auch der Name Tierra del Fuego: Europäische Entdecker sahen einst diese Feuer und benannten die Insel danach.

Was zu den Yamanen noch zu erwähnen ist: Sie haben teilweise 7000-8000 kcal zu sich genommen am Tag. Faszinierend. Gut, schließlich waren sie nackt unterwegs, nur geschützt mit Robbenfett. Dadurch haben sie natürlich viel mehr verbrannt als wir heutzutage und brauchten Energie. Da kann man sich schon mal so einen Wal reinpfeifen. Zudem trug auch die erhöhte Oxygen-Aufnahme zu einem besseren Stoffwechsel bei – seit dieser Info üben wir zwei uns im Yoga-Feueratem, damit wir uns am Abend ohne Bedenken Lomo und Empanadas gönnen können :-)

Den Abschluss unseres Inselspaziergangs bildete der Besuch von Kormoranen, die auf dieser Insel ihr Zuhause haben. Nicht so putzig wie Pinguine, aber trotzdem schön anzusehen.

Zurück an Bord kam endlich auch mehr Wind auf und die Segelfahrt gestaltete sich so, wie sie sein soll. 40 Knoten und mehr Windgeschwindigkeit – da kann das Boot schon mal schön in Schräglage geraten und trocken bleibt man auch nicht (wie gut, dass wir dicke Regenhosen anhatten). Richtig “raw” eben und genau nach unserem Geschmack.

Tres Marias? Ein Muss für jeden Ushi-Besucher!

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